Komplettwartung eines Regulators

Eine Komplettwartung eines Regulators umfasst nicht nur eine Reinigung, sondern die vollständige technische Überprüfung und fachgerechte Instandsetzung des Uhrwerks einschließlich Pendel, Schlagwerk und Gehäusekomponenten.

Typischer Ablauf:

  1. Eingangskontrolle und Funktionsprüfung
    Zunächst werden Gehäuse, Zifferblatt, Zeiger, Pendel, Pendelfeder, Aufhängung, Gong und Uhrwerk kontrolliert. Dabei werden Gangverhalten, Schlagwerk und vorhandene Schäden oder Verschleißstellen beurteilt.
  2. Ausbau des Uhrwerks
    Zeiger und Zifferblatt werden vorsichtig demontiert. Anschließend wird das Uhrwerk vollständig aus dem Gehäuse ausgebaut.
  3. Vollständiges Zerlegen des Uhrwerks
    Das Werk wird komplett in seine Einzelteile zerlegt. Räderwerk, Federhäuser, Triebe, Hebel, Schlagwerk und Hemmung werden einzeln geprüft.
  4. Gründliche Reinigung
    Platinen, Räder, Triebe, Schrauben und weitere Werkteile werden von altem Öl, Fett, Staub und verharzten Rückständen befreit und fachgerecht gereinigt.
  5. Prüfung auf Verschleiß
    Besonders kontrolliert werden:
    • Lagerbohrungen
    • Radzapfen und Triebe
    • Federhäuser und Zugfedern
    • Hemmungsrad und Anker
    • Pendelaufhängung und Pendelfeder
    • Hebel und Bauteile des Schlagwerks
  6. Instandsetzung verschlissener Teile
    Ausgeschlagene Lager werden bei Bedarf ausgebuchst, eingelaufene Zapfen poliert und defekte oder verschlissene Bauteile ersetzt beziehungsweise aufgearbeitet.
  7. Kontrolle der Zugfedern
    Die Zugfedern werden geprüft, gereinigt und entsprechend behandelt. Beschädigte oder ermüdete Federn werden bei Bedarf ersetzt.
  8. Montage und fachgerechte Schmierung
    Nach der Reinigung wird das Uhrwerk wieder vollständig montiert. Die vorgesehenen Lager- und Reibstellen werden sparsam mit geeigneten Uhrenölen und Fetten geschmiert.
  9. Einstellung von Hemmung und Schlagwerk
    Anker, Hemmung und Eingriff des Räderwerks werden kontrolliert und eingestellt. Das Schlagwerk wird synchronisiert, sodass Anzahl und Zeitpunkt der Schläge zur Zeigerstellung passen.
  10. Reinigung von Gehäuse und Anbauteilen
    Das Gehäuse wird vorsichtig gereinigt. Zifferblatt, Zeiger, Glas, Pendel und Gong werden ebenfalls kontrolliert und soweit erforderlich schonend gesäubert. Eine Restaurierung oder Aufarbeitung des Holzgehäuses ist davon normalerweise getrennt zu betrachten.
  11. Einbau und Ausrichtung
    Das Uhrwerk wird wieder eingebaut, Zifferblatt und Zeiger werden montiert und das Pendel eingesetzt. Anschließend wird der Regulator lotrecht ausgerichtet und der gleichmäßige Abfall der Hemmung eingestellt.
  12. Gangregulierung und Langzeitkontrolle
    Die Uhr wird über mehrere Tage beobachtet. Ganggenauigkeit, Gangreserve, Schlagwerk und zuverlässiges Durchlaufen werden kontrolliert. Die Feinregulierung erfolgt über die Pendellänge.